KI für die Menschheit: Vier Erkenntnisse vom AI House Davos
Am Rande des World Economic Forum in Davos hatten Christine Papadopoulos und ich das Privileg, an einem der bemerkenswertesten Panels des AI House Davos teilzunehmen: “Unlocking AI’s Potential to Serve Humanity” – gleichzeitig der Titel des neuen ITU-Reports, den Fred Werner, Chief of Strategic Engagement bei der ITU, vorstellte.
Mit über 2.000 Menschen, die an der Veranstaltung teilnehmen wollten, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt – ein klares Zeichen dafür, wie dringend diese Gespräche geworden sind.
Vier Erkenntnisse, die uns nicht loslassen
1. Konnektivität ist keine Selbstverständlichkeit
Doreen Bogdan-Martin, Generalsekretärin der ITU, erinnerte uns mit ihrem globalen Blick an eine unbequeme Realität:
“When you have 2.2 billion people unconnected, that connectivity piece is critical.”
Während wir über KI-Modelle und Algorithmen diskutieren, haben 2,2 Milliarden Menschen noch nicht einmal Zugang zum Internet. KI-Fortschritt ohne Konnektivität ist kein Fortschritt für alle.
2. Die politische Ökonomie der Daten
Tshilidzi Marwala, Rektor der UN-Universität, brachte es mit einer persönlichen Geschichte auf den Punkt: Seine Mutter im ländlichen Südafrika zahlt 25 Dollar für 10 GB Daten.
“The political economy of data is a serious limitation we need to deal with.”
KI-Vorteile bedeuten nichts ohne Zugang. Eine einfache, aber erschütternde Wahrheit.
3. Von Konsumenten zu Gestaltern
will.i.am forderte uns heraus, unsere Rolle neu zu überdenken:
“There are lots of consumers of AI – but communities should be builders, tuners, trainers of models.”
Sein Aufruf zu einem “agentic self” – der eigenen KI auf eigener Hardware – klingt radikal, ist aber notwendig. Es geht darum, KI nicht nur zu nutzen, sondern sie aktiv mitzugestalten.
4. Technologie wird an ihrer Wirkung gemessen
Bolor-Erdene Battsengel, CEO der AI Academy Asia aus der Mongolei, brachte es auf den Nenner:
“Technology should not be evaluated by its advancement – it should be evaluated by its impact.”
Und vielleicht der kraftvollste Gedanke des Abends: Bevor wir überhaupt über Systeme nachdenken, müssen wir als Menschen besser miteinander umgehen.
Was das mit dem KIQ zu tun hat
Diese Diskussionen spiegeln genau das wider, was Christine und ich in unserem Buch “KIQ – der Künstliche Intelligenz Quotient” untersuchen: Wie stellen wir sicher, dass KI wirklich der Menschheit dient – und nicht nur um sie herum gebaut wird?
Der KIQ ist nicht nur eine technische Kompetenz. Er ist eine zutiefst menschliche Fähigkeit: die Intelligenz, KI so einzusetzen, dass sie echten Mehrwert für alle schafft.
Ein herzliches Dankeschön an Doreen Bogdan-Martin, Fred Werner, Kseniia Fontaine, Guillem Martinez Roura und das gesamte AI for Good-Team für die Organisation dieses außergewöhnlichen Panels.